Peter With, Luzern

Luzerner Theater und Salle Modulable - Luzerner Kultur am Scheideweg

Das heutige Luzerner Theater wird jedes Jahr mit 21 Millionen Franken unterstützt. Trotzdem konnte es nie über den Status eines Provinztheaters hinauskommen.

Dies zeigt die Statistik eindrücklich: So kamen in der Spielzeit 2014/15 gerademal 0.23 % aller Besucher aus dem Ausland, aus den weiter entfernten Kantonen waren es 2.25 %.

Kommt noch hinzu, dass das Gebäude in einem schlechten Zustand ist und betrieblichen und sicherheitstechnischen Standards eines heutigen Theaterbetriebs bei weitem nicht mehr enspricht. Hier ein Beispiel: auf kleinstem Raum, im wahrhaftigen Theatergraben, müssen sich über 45 Musiker quetschen.

Durch private Spenden in der Höhe von 115 Millionen Franken (die verbleibenden 80 Millionen aus der Schenkung Engelhorn + weitere 35 Millionen), ist es nun möglich, die Luzerner Theaterinfrastruktur zu erneuern und auf ein bedeutend höheres Niveau zu heben. Denn im Gegensatz zur weit verbreiteten Meinung ist ein Neubau des bestehenden Theaters nicht günstiger als die Salle Modulable.

Konkret ist es so, dass eine Minimal-Renovation aus heutiger Sicht gar nicht mehr möglich ist, da die betrieblichen Abläufe an die heutige Theaterproduktion nicht angepasst werden könnten. Es müsste also neu gebaut werden. Und das wird teuer: zwischen 84 und 101 Millionen müssen die Steuerzahler in Stadt und Kanton beisteuern. Bei der Salle Modulable wären es zwar auch 85 Millionen, aber man hätte ein Haus, das weltweit seinesgleichen suchen müsste - analog KKL.

Es sind aber auch die Betriebskosten, die viel Skepsis auslösen. Zurecht, denn die prognostizierten 31 Millionen Franken pro Jahr sind doch deutlich mehr als die 21 Millionen, die heute fliessen. Allerdings darf man dies eben nicht direkt miteinander vergleichen. Denn bei einer Ablehnung der Salle Modulable müsste ja ein Theaterneubau erstellt werden. Dessen Betriebskosten dürften deutlich höher sein als die 24 Millionen in der Tabelle, die mal als Grundannahme verwendet wurden. Allerdings mit einem grossen Unterschied zur Salle Modulable: Die Wertschöpfung wäre - wie heute - minimal, da das Theater nach wie vor ein Regionaltheater bleiben würde. Die Salle Modulable higegen würde mit einer weltweit einzigartigen Struktur weit über die Kantons- und Landesgrenzen hinaus für Besucher und damit Wertschöpfung sorgen. Eine Investition, die sich lohnt, wie man auch beim KKL sehen kann!

Es braucht nun ehrliche Politiker, die den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern reinen Wein einschenken: Nein zu sagen zur Salle Modulable, um Geld zu sparen ist ein Trugschluss, da ein Neubau - je nach Variante - erheblich teurer wäre. Nur wer gleichzeitig auch das Luzerner Theater schliessen will, kann tatsächlich viel Geld sparen, nicht nur bei den Investitionen, sondern dann vor allem auch durch den Wegfall der jährlichen Subventionen von rund 21 Millionen Franken. Eine Ablehnung der Salle Modulable wäre aus heutiger Sicht aber ein Schnellschuss, da kein Plan-B vorliegt und die Theaterinfrastruktur mit rund 500 Arbeitsplätzen dadurch akut gefährdet wäre.

Wir sollten jetzt die Chance ergreifen und dem Projektierungskredit zustimmen. Dann kann ein vollständiges Projekt erarbeitet werden, das noch offene Fragen klärt. Insbesondere würde man nach einem Projektwettbewerb auch wissen, wie die Salle Modulable auf dem Inseli aussehen würde. Da die Parkfläche durch den Wegfall der Carparkplätze nur unwesentlich reduziert wird, würde sich auch hier eine tolle Entwicklunschance bieten. Nur mit einem fertig ausgearbeiteten Projekt haben wir ausreichend Grundlagen, um in drei Jahren definitiv über den Bau der Salle Modulable entscheiden zu können.

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