Kurt Sidler, Luzern

Worum geht es eigentlich: die Fakten

Warum werden die Bürger, die Oeffentlichkeit, die Parlamentarier in dieser für Luzern so wichtigen Frage durch falsch interpretierte oder sogar unwahre Informationen dermassen verunsichert?

Einige Fakten müssen klar gestellt werden:

1. In der Pressemitteilung über den ablehnenden Entscheid der vorberatenden Kommission wird Helene Meyer-Jenni zitiert «es gehe nicht um 8 Mio, sondern um 161 Mio. Dies ist zweifach unrichtig. Bei der kommenden Abstimmung im Kantonsrat geht es wirklich und faktisch nur um den Projektierungskredit des Kanotons von 8 Mio. Die zweite unrichtige Aussage betrifft die 161 Mio. Hier wird ausgeblendet, dass die Investition in Wirklichkeit «nur» 73 Mio beträgt, weil ja -allerdings nur für die neue Theaterlösung – die 80 Mio von Herrn Engelhorn abgezogen werden können. Ausserdem kann darüber diskutiert werden, ob das Baurecht des Kantons als Investition (20 Mio) zu betrachten ist, oder ob nur der Baurechtszins gerechnet werden müsste. Zudem kann - mit einer zusätzlichen Reduktion - durch private Spendengelder (geschätzte 35 Mio) wie damals beim KKL gerechnet werden.

2. Die ganze Inseli-Diskussion lässt die Wogen ebenfalls hoch gehen. Nirgends wird explizit dargestellt, dass das bisherige Grundstück von rund 5900 m2 nur um ganze 300 m2 (!) auf 5600 m2 reduziert wird. Dies dank Einbezug des bisherigen Carparkplatzes. Dadurch kann eine für Luzern attraktive und mit dem Vorgelände des KKL verbundene äusserst schöne Park- und Begegnungszone gestaltet werden. Das «neue» Inseli wird wesentlich schöner, die Buvette und der Wurststand werden ihren Platz haben und die Luzerner werden mehr noch als bisher diese Oase besuchen wollen.

3. Es wird immer wieder verschwiegen, wie wenig zukunftsträchtig das heutige Theaterhaus aufgrund der schlechten und total veralteten Bausubstanz und Infrastruktur ist. Bereits in wenigen Jahren wird uns Luzerner dieses Haus wesentlich mehr kosten als das neu geplante Theaterhaus auf dem Inseli, vor allem auch, weil dannzumal die 80 Engelhorn-Millionen und die privaten Spender fehlen werden.

Luzern braucht nicht ein Mega-Projekt, sondern ein neues zukunftsträchtiges Haus, das verschiedensten Nutzern offen steht – eben modulable ist.

Alle anderen Behauptungen und Begründungen sind für unsere schöne Stadt Luzern, unser Kulturleben und die nötige Förderung eines qualitativen Tourismus wenig zielführend.

Es ist sehr zu hoffen, dass der Kantonsrat und der Grosse Stadtrat vor ihrer Abstimmung diese Perspektive in ihre Ueberlegungen einbeziehen.

Erschienen als Leserbrief in der Neuen Luzerner Zeitung vom 03. September 2016. Publikation mit ausdrücklicher Genehmigung des Autors