Hanne Müller, Horw

Diese Investition muss trotz allem möglich sein

Die zahlreichen negativen Leserbriefe zum Projekt Salle Modulable erstaunen. Ist man sich bewusst, dass es sich hier nicht um ein Projekt von zwanzig oder fünfzig Jahren handelt, sondern um eines, das Generationen überdauern wird?

Dank Gönner Engelhorn steht eine Anschubfinanzierung von 80 Millionen Franken zur Verfügung. Sie soll ermutigen, Nachhaltiges für Luzern zu schaffen. Tatsache ist, dass das 175-jährige Luzerner Theater den heutigen infrastrukturellen, technischen und inhaltlichen Anforderungen nicht mehr genügt. Es braucht flexiblere Lösungen, welche auch für die freie Theaterszene Platz bieten und Ressourcen bündeln helfen. Eine Sanierung käme kaum günstiger, würde doch die 80-Millionen- Spende wegfallen. Den heutigen 24 Millionen Franken Betriebskosten des Luzerner Theaters stehen 31 Millionen des neuen Theaters gegenüber, was angesichts der Nachhaltigkeit und Flexibilität des Projekts verkraftbar sein müsste. Die Realisierung der Swissporarena wurde seinerzeit mit 100 Millionen der öffentlichen Hand unterstützt.

Vor dem Bau des KKL gab es ähnliche Finanzierungsbedenken. Gemäss einer Wertschöpfungsstudie der HSG ist es eine Erfolgsgeschichte geworden, Tourismus, Wirtschaft und Gewerbe profitieren davon. Das Konzerthaus steht durch teilweise vergünstigte Karten und Aktionen der ganzen einheimischen Bevölkerung zur Verfügung, auch während der Festivals. Dies ist auch bei der Realisierung der Salle Modulable zu erwarten.

Zur Kritik am Standort Inseli: Nicht nur wird durch den Bau der Salle Modulable weiterhin ein Teil dieses Naherholungsgebietes erhalten bleiben, sondern in der Nähe befindet sich als Ergänzung auch der Alpenquai. Durch die Nähe des KKL, des Bahnhofs und der Parkhäuser ist der Standort infrastrukturell geradezu ideal und erspart zusätzliche Transportangebote. Die Förderung von Kunst und Kultur ist ein wichtiger Auftrag der öffentlichen Hand und trägt zu einer humaneren Welt bei. Dies insbesondere in einer Zeit der Kriege, des Terrors und der Unterdrückung in weiten Teilen der Welt. Dafür muss es sich auch in Zeiten knapper Mittel lohnen, in die Zukunft zu investieren und die Internationalität von Luzern zu erhalten.

Ein Ja zum Planungskredit ermöglicht es, dem Volk unter Einbezug aller Verantwortlichen eine klare Kosten-Nutzen- Rechnung vorzulegen und den demokratischen Prozess zu versachlichen.

Erschienen als Leserbrief in der Zentralschweiz am Sonntag vom 31. Juli 2016. Publikation mit ausdrücklicher Genehmigung der Autorin